Verbraucherpreise Juni 2011

Juli 12, 2011 | Kategorie:Nachrichten |
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+ 2,3% gegenüber Juni 2010 Inflationsrate verharrt bei 2,3%
12.7.2011 Wiesbaden (ots) – Der Verbraucherpreisindex für Deutschland lag im Juni 2011 um 2,3% höher als im Juni 2010. Damit blieb die Inflationsrate den fünften Monat in Folge über der Zwei-Prozent-Marke. Im Mai 2011 hatte die Inflationsrate ebenfalls bei 2,3% gelegen, nach dem Jahreshoch von 2,4% im April 2011. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2011 stieg der Verbraucherpreisindex um 0,1%. Das Statistische Bundesamt (Destatis) bestätigt damit sein vorläufiges Ergebnis für Juni 2011.

Die Inflationsrate wurde im Juni 2011 erneut durch Preiserhöhungen bei Energie bestimmt (+ 9,1% gegenüber Juni 2010). Im Juni 2011 lagen die Preise für Kraftstoffe weiterhin deutlich über ihrem Vorjahresniveau (+ 9,9%), obwohl sie den zweiten Monat in Folge rückläufig waren (- 1,7% gegenüber Mai 2011). Deutliche Teuerungen gegenüber dem Vorjahr wurden im Juni 2011 auch für alle Haushaltsenergieprodukte (+ 8,6%; darunter leichtes Heizöl: + 19,0%; Umlage für Zentralheizung, Fernwärme: + 8,1%; Strom: + 7,6%) ermittelt. Ohne Berücksichtigung der Energie hätte die Inflationsrate im Juni 2011 bei + 1,5% gelegen. Der Einfluss der Energie auf die Gesamtteuerung hat sich im Juni 2011 etwas abgeschwächt (Gesamtteuerung ohne Energie im Mai 2011: + 1,4%).

Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich im Vorjahresvergleich um 2,6%. Teurer wurden vor allem Speisefette und Speiseöle (+ 10,7%; darunter Butter: + 11,9%). Preiserhöhungen wurden auch bei Molkereiprodukten (+ 4,8%; darunter Sahne: + 12,0%) sowie bei Fisch und Fischwaren (+ 4,4%) beobachtet. Die Preise für Obst stiegen im Vorjahresvergleich (+ 3,1%), Gemüse wurde dagegen im gleichen Zeitraum günstiger (- 1,8%). Die Preisentwicklung für einzelne Obst- und Gemüsesorten war jedoch uneinheitlich (zum Beispiel Weintrauben: + 8,2%; aber Bananen: – 5,8%; tiefgefrorene Pommes frites: + 19,4%; Kartoffeln + 6,5%; aber Paprika: – 15,7%; Kopf- und Eisbergsalat: – 22,3%). Auffällig war im Juni 2011 der deutliche Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken (+ 6,8%), der sich vor allem aus der Verteuerung von Kaffee (+ 18,8%) und Fruchtsäften (zum Beispiel Fruchtsaft aus Zitrusfrüchten: + 12,8%) ergibt.

Der mit + 3,1% überdurchschnittliche Preisanstieg bei Waren ist vor allem auf die Preisentwicklung bei Verbrauchsgütern (+ 4,5%) zurückzuführen. Unter den Verbrauchsgütern verteuerten sich neben Energie und Nahrungsmitteln auch Tabakwaren (+ 2,1% gegenüber Juni 2010; darunter Tabak: + 5,1%). Ein Teil des Preisanstieges bei Tabakwaren dürfte aus der zum 1. Mai in Kraft getretenen Änderung des Tabaksteuergesetzes resultieren. Die Preisentwicklung für langlebige Gebrauchsgüter blieb verbraucherfreundlich (- 0,2%, darunter Informationsverarbeitungsgeräte: – 9,9%).

Die Preise für Dienstleistungen erhöhten sich gegenüber dem Vorjahr um 1,5%. Deutliche Preiserhöhungen waren im Juni 2011 vor allem bei Flugreisen (+ 11,1%) und bei Pauschalreisen (+ 6,1%) zu beobachten. Deutlich günstiger entwickelten sich die Preise für die Nachrichtenübermittlung (- 2,5%).

Veränderung im Juni 2011 gegenüber dem Vormonat Mai 2011 Im Vergleich zum Mai 2011 erhöhte sich der Verbraucherpreisindex nur geringfügig (+ 0,1%). Vor allem saisonbedingt stiegen die Preise für Pauschalreisen (+ 7,2%) und Beherbergungsdienstleistungen (+ 3,2%).

Dagegen gaben die Energiepreise gegenüber dem Vormonat um 0,4% nach. Verantwortlich dafür war der Preisrückgang bei Kraftstoffen (- 1,7%). Die Haushaltsenergieprodukte verteuerten sich binnen Monatsfrist nur leicht (+ 0,4%; darunter Umlagen für Zentralheizung und Fernwärme: + 0,6%).

Die Nahrungsmittelpreise blieben gegenüber Mai 2011 unverändert. Auffällig waren hier die gegensätzlichen Preisbewegungen bei Obst (+ 2,7%; darunter Weintrauben: + 6,5%; Äpfel: + 3,6%) und Gemüse (- 4,8%; darunter Paprika: – 24,8%; Tomaten: – 20,4%; Gurken: – 20,2%).

Der für europäische Zwecke berechnete Harmonisierte Verbraucherpreisindex (HVPI) für Deutschland lag im Juni 2011 um 2,4% höher als im Juni 2010. Im Vergleich zum Vormonat Mai 2011 blieb der Index unverändert. Die Schätzung für den HVPI vom 28. Juni 2011 wurde damit bestätigt.

Weitere Informationen zur Verbraucherpreisstatistik bietet die Fachserie 17, Reihe 7, die im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes unter www.destatis.de, Pfad: Startseite > Publikationen > Fachveröffentlichungen > Preise kostenlos erhältlich ist. Detaillierte Daten und lange Zeitreihen zur Verbraucherpreisstatistik können auch kostenfrei in der Datenbank Genesis-Online abgerufen werden.