Tipps von Experten zum Umgang mit dem Fuchs

Juli 9, 2019 | Kategorie:Nachrichten |
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9.7.2019 Landkreis Ostallgäu. Der Fuchs schleicht ums Haus und durch den Garten – viele Ostallgäuer kennen das. Wie man sich im Umgang mit dem Tier verhalten sollte, erklären Fuchsexperten.

In den frühen Sommermonaten ist der Fuchs besonders aktiv. Er befindet sich derzeit in der Jungtieraufzucht und braucht somit besonders viel Nahrung. Daher kann man ihn auch häufig tagsüber beobachten.

„Dies ist völlig normal. Außerdem ist der Fuchs ein sehr anpassungsfähiges Wildtier, welches enorm schnell dazulernen kann“, sagt Tom Hennemann, Wildbiologe und Gebietsbetreuer des Ostallgäuer Alpenrandes.

Füchse ernähren sich von Natur aus überwiegend von Mäusen, aber auch Kleinsäuger, Vögel, Würmer und sogar Obst stehen auf deren Speiseplan. Als sogenannter Kulturfolger suchen Füchse möglichst leicht zugängliche Nahrung. Diese finden sie vor allem in Gärten, beispielsweise das Katzenfutter auf Terrassen oder die Abfälle auf Komposthaufen.

„In Dörfern oder Städten ist die Fuchsdichte etwa drei- bis viermal so hoch wie im Wald“, sagt Hennemann.

Vom niedlichen Tier zum „Problemfuchs“

Leider würden die Füchse aus falsch verstandener Tierliebe gelegentlich im Siedlungsbereich bewusst gefüttert. Hennemann: „Genau das ist falsch und kann den Tieren sogar schaden. Die Füchse werden immer zahmer und können teils ziemlich frech werden.“ Der natürliche Sicherheitsabstand zu den Menschen geht dann verloren, da die Tiere lernen, dass ihnen in den Wohngebieten nichts passieren kann. Aber nicht alle Anwohner sind darüber erfreut, dass sich Reinecke handzahm in deren Gärten seine Nahrung sucht.

Und schnell kann das vermeintlich so niedliche Tier zum sogenannten Problemfuchs werden. Roland Schörkhuber, Revierjagdmeister aus Schwangau, dazu: „Gerade jetzt im Frühsommer bekomme ich täglich oft mehrere Anrufe von besorgten Familienvätern.“ Es werde verlangt, dass sich der Jäger um dieses Problem kümmert. Das sei allerdings gar nicht so leicht.

„Da es zu gefährlich und auch verboten ist, mit der Waffe die Jagd in Wohngebieten auszuüben, kann ich nur wenig dagegen unternehmen. Ich versuche die Füchse mit Lebendfallen zu fangen, was allerdings gar nicht so leicht ist. Denn der Fuchs ist äußerst schlau und lernfähig.“

Schörkhuber ruft dazu auf, den zuständigen Jäger oder die Polizei zu verständigen, wenn man in Aussehen oder Verhalten auffällige Tiere sieht. Dabei müsse es laut Schörkhuber eigentlich gar nicht so weit kommen: „Wenn sich die Bewohner richtig verhalten, würde sich der Fuchs wieder auf sein natürliches Beutespektrum besinnen und hauptsächlich auf den Wiesen Mäuse fangen. Dabei würden auch die Landwirte durch geringere Mäusedichten profitieren.“

Info-Kasten: Wie verhalte ich mich richtig?

Essensreste nur in geschlossenen Kompostbehältern entsorgen

Katzen- und Hundefutter nie im Garten stehen lassen

Füchse nicht aktiv füttern

Kinderspielecken und Sandkästen nachts zudecken

geerntete Früchte und Gemüse unter fließendem Wasser abwaschen

nach der Gartenarbeit und nach dem Spielen immer Hände mit Seife waschen