Open Hybrid LabFactory Wolfsburg eröffnet

September 22, 2016 | Kategorie:Nachrichten |
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22.9.2016. Leichte Werkstoffe und neue Produktionstechniken helfen dabei, Autos in großen Stückzahlen umweltfreundlicher herzustellen. Entsprechende Schlüsseltechnologien für den Fahrzeugbau der Zukunft entwickelt der heute eröffnete Forschungscampus Open Hybrid LabFactory in Wolfsburg. Im Beisein von Prof. Dr. Johanna Wanka, Bundesministerin für Bildung und Forschung, Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen, Prof. Dr. Jürgen Hesselbach, Präsident der Technischen Universität Braunschweig, Prof. Dr. Reimund Neugebauer, Präsident der Fraunhofer Gesellschaft, Thomas Schmall, Komponentenvorstand Marke Volkswagen und Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender Volkswagen AG, nahm die OHLF heute ihren Betrieb auf.

„Die Eröffnung der Open Hybrid LabFactory ist für uns ein Beitrag zur Zukunftssicherung des Volkswagen Konzerns und des Automobilstandortes Deutschland gleichermaßen. Dieser Campus soll Maßstäbe setzen bei der Entwicklung von emissionsarmen, sicheren und gleichzeitig kostengünstigen Fahrzeugen. Er soll wegweisend sein für die Forschung auf dem Gebiet des automobilen Leichtbaus”, sagte Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG.

„Mit der Open Hybrid Lab Factory holen wir die Flugzeugtechnologie des Leichtbaus auf die Straße. Leichter und dennoch sicher – das sind wichtige Parameter auf dem Weg zu einer nachhaltigen Automobilindustrie. Wolfsburg wird immer mehr zum Zentrum moderner und umweltfreundlicher Technologien und das ist gut so”, sagte Stephan Weil, Ministerpräsident des Landes Niedersachsen.

Das erste Bauteil in der Open Hybrid LabFactory (OHLF) fertigten heute Sitzentwickler von SITECH: Sie produzierten den Prototypen einer Leichtbau-Lehne für den hinteren Mittelsitz eines Fahrzeugs. Durch die Stahl-Kunststoff-Kombination und eine speziell darauf abgestimmte Konstruktion wird das Gesamtgewicht um rund ein Kilogramm verringert. Gleichzeitig bleibt die Wirtschaftlichkeit erhalten. Damit ist die Leichtbau-Lehne das erste Projekt, bei dem die Stahl-Kunststoff-Hybridbauweise in die Serien-Struktur von Volkswagen Fahrzeugsitzen einziehen könnte.

„Entscheidend ist, dass wir im OHLF frühzeitig Fertigungs- und Prozesstechnologien erproben, die zu einer bezahlbaren Großserientechnologie führen. Mit den hier auf dem Campus versammelten Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft haben wir exzellente Chancen, dass uns das gelingt”, betonte Schmall, der den Prototyp heute in Empfang nahm.

Die Forschung in der Open Hybrid LabFactory wird im Rahmen des Forschungscampus-Programms des Bundes mit bis zu 30 Millionen Euro gefördert. In dem Wettbewerb war das LeichtbauCampus-Konsortium unter Federführung des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik (NFF) der Technischen Universität Braunschweig mit dem gleichzeitigen Engagement von Industriepartnern erfolgreich. Insgesamt werden über 90 Millionen Euro für Ausstattung und Forschungsprojekte bereitgestellt.

Im LeichtbauCampus wird die gesamte Wertschöpfungskette für hybride Bauteile abgebildet, von der Konzeption über die Herstellung von Verstärkungstextilien, den hybriden Fertigungsprozessen bis hin zum Recycling. Ziel ist es, die Grundlage für die Produktion von leichten und somit energie- und ressourceneffizienten Fahrzeugkarosserien und Antriebssystemen in hohen Stückzahlen zu schaffen. Forscher entwickeln dazu die so genannte Hybridbauweise weiter. Dabei werden Werkstoffe mit unterschiedlichen Eigenschaften, wie Metall, Kunststoff und textile Strukturen, zu möglichst leichten Bauteilen zusammengefügt. Dabei bieten sie dieselbe hohe Sicherheit und Leistung wie in der konventionellen Fertigung.

Um dies zu ermöglichen, arbeiten in der Forschungsfabrik Experten aus Universitäten, Forschungseinrichtungen unter einem Dach zusammen. Unter der Federführung des Niedersächsischen Forschungszentrums Fahrzeugtechnik der TU Braunschweig (NFF) kooperieren dort Volkswagen, BASF, DowAksa, Engel, IAV, Magna, Siempelkamp, ThyssenKrupp, ZwickRoell, Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, der TU Clausthal und der Universität Hannover sowie eine Vielzahl weiterer, auch kleiner und mittelständischer Unternehmen.

Das neue Kompetenz- und Forschungszentrum für wirtschaftlichen Leichtbau und innovative Werkstoff- und Fertigungstechnologien ist in Wolfsburg, unweit des Stammwerks der Volkswagen AG, in direkter Nähe zum MobileLifeCampus, entstanden.