Kräuterfrauen haben im Westallgäu das ganze Jahr über Saison

September 21, 2016 | Kategorie:Nachrichten |
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21.9.2016. Zwölf Monate haben die Kräuter und Heilpflanzen des Allgäus Saison. Wer sie sammeln möchte, findet das grüne Kraut beim Wandern entlang leise plätschernder Bäche und auf saftigen Wiesen.

Das Westallgäu versteht sich als Kraftquelle und bietet dazu während des ganzen Jahres Veranstaltungen und geführte Wanderungen mit Kräuterexpertinnen. „In den Höhenlagen des Westallgäus sind die Kräuter besonders kraftvoll, da sich in der kurzen Vegetationszeit mit viel Sonne die ganze Kraft potenziert“, sagt Christine Giera, Wildkräuterexpertin im Allgäu. Mit ihr kann man auf Entdeckungstour gehen und lernt dabei viel Wissenswertes über Ringelblume, Brennnessel, Schafgarbe und Co. „Beim Wandern wird gesammelt, dann gekocht und später geräuchert“, sagt sie.

Im Herbst geht es zu den knorrigen Rosskastanien und Eichen auf Dorfplätzen. Aber auch Workshops stehen auf dem Jahresprogramm: Im November kann man das Herstellen von Kräuterseifen kennen lernen oder wie „Kräutersalz aus Garten und Feld“ entsteht. Und mit Unterstützung eines Senners wird die Herstellung von Frischkäse mit Kräutern vermittelt.

„Das erste Frühlingsgrün nach langen Wintermonaten ist kraftvoll, vitaminreich und mineralstofffrei“, weiß Kräuterfrau Giera zu berichten. Sommers eigenen sich die duftenden Rosenblüten der Heckenrose zur Zubereitung von Rosenzucker, Gelee, Blütensalzen oder Essig. Im Herbst locken Früchte, Samen und Beeren. Vitaminreich sind sie und seit jeher eine wertvolle Winterreserve – geeignet für Marmeladen, aber auch für Ketten und Kränze. „Im Winter stelle ich mit den getrockneten Kräutern Salben und Tinkturen her“, sag Giera. Vom kraftvollen Wiesenkraut soll auch das Jungvieh profitieren, das sommers auf der Alp weilt. Es sei kräftiger und gesünder, sagen die Hirten. Der Käse von ihrer Milch wird Heumilchkäse genannt.

Sportlich aktiv ist man mit Christine Müller unterwegs – bei Tageswanderungen und bei Durchquerungen der Bergwelt. Sie gewährt auf ihren ausgewählten Routen wie der „Kultour Nagelfluh“ tiefe Einblicke in das wilde Kraut am Wegesrand. Dabei geht auf hoch hinauf auf den 1834 Meter hohen Hochgrat. Der grenzüberschreitende Naturpark Nagelfluhkette mit dreizehn Gipfeln, sanften Hügeln, vielen Alpwiesen und gemütlichen Hütten hält unterschiedlichste Naturerscheinungen bereit. Im Winter bietet sie Schneeschuhwanderungen an – langsam und gemächlich, so ist die wilde Natur gut spürbar.

Im Kräutergarten wandeln oder eine Kur genießen

Das Westallgäu bietet in seinen Kräutergärten altes und neues Wissen für Interessierte und für Kenner des grünen Krauts. Im Kräutergarten Artemisia in Stiefenhofen machen Spaziergänge mit den Kräutern der Natur vertraut. Hier gibt es Teemischungen aus eigenem Anbau – handgepflückt, schonend getrocknet und handgerebelt. Steil hinauf führt ein Pfad zum „Himmelszipfele“, ein hübsch angelegtes Kräutergärtle in Wangen-Leupolz.

Wer Lust auf mehr hat, kann einen mehrtägigen Kräuterkochkurs in Stiefenhofen beim Kräuterwirt Kulmus buchen inklusive Führung durch seinen Kräutergarten, Kutschfahrt und Sennereibesichtigung oder eine F.X.Mayr-Kur, die kombiniert wird mit Kräuteranwendungen zur Entschlackung, Wassergymnastik und Wildkräuterwanderungen.

Infos:
Westallgäu Tourismus, Gästeamt Oberreute, Tel. 08387/1233 und Scheidegg-Tourismus, www.westallgaeu.de, www.scheidegg.de. In allen Westallgäuer Tourist-Infos ist das Jahres-Programm erhältlich und steht auch zum Download auf www.westallgaeu.de zur Verfügung.