Coronavirus: Aussetzen des Impfstoffs AstraZeneca – „Gesundheit und Sicherheit gehen vor“

März 16, 2021 | Kategorie:Nachrichten |
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16.3.2021 Lindau (Bodensee). Die Bundesregierung hat Impfungen mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca ausgesetzt bis geklärt ist, ob und für welche Personen eventuell ein Risiko besteht.

„Ich begrüße diese Entscheidung, denn die Gesundheit und die Sicherheit gehen vor. Wir können nicht guten Gewissens Menschen mit dem Impfstoff von AstraZeneca impfen, nachdem es nun Bedenken hinsichtlich möglicher Nebenwirkungen gibt“, so Landrat Elmar Stegmann.

Solange Impfungen mit AstraZeneca bundesweit ausgesetzt sind, hat dies auch Konsequenzen hier vor Ort im Landkreis Lindau. Das Landratsamt informiert zu den wichtigsten Fragestellungen:

Symptome nach einer Impfung mit AstraZeneca

Eine Impfung mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca kann bei Impflingen grippeähnliche Symptome (wie beispielsweise Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Muskel- und Gliederschmerzen und allgemeines Krankheitsgefühl) hervorrufen, die meist nach 1-3 Tagen abgeklungen sind.

Menschen, die innerhalb der letzten 7 Tage mit dem Impfstoff des Herstellers AstraZeneca geimpft wurden und aktuell folgende Symptome aufweisen:

starke, andauernde Kopfschmerzen und / oder
punktförmige Hautblutungen

werden jedoch aufgerufen, sich an ihren Hausarzt zu wenden, um möglichst jedes Risiko auszuschließen.

Was passiert mit der AstraZeneca – Zweitimpfung?

Beim Impfstoff des Herstellers AstraZeneca sollte die Zweitimpfung etwa 12 Wochen nach der Erstimpfung erfolgen. Im Landkreis Lindau wurde das erste Mal am 13. Februar der Impfstoff eingesetzt, sodass die ersten Zweitimpfungen ab Anfang Mai erfolgen sollten. „Wir gehen davon aus, dass die Europäische Arzneimittelagentur bzw. die Bundesregierung zeitnah eine Entscheidung über das weitere Vorgehen treffen werden,“ so der Landrat.

Was passiert mit bestehenden Terminen in den kommenden Tagen?

Menschen, die in der Priorität 1 sind:
Menschen über 80 Jahre, die in den nächsten Tagen einen Termin für eine Impfung erhalten haben, werden prioritär geimpft. Wenn ausreichend Impfstoff der Hersteller BioNTech/Pfizer oder Moderna zur Verfügung steht, bleiben bereits vereinbarte Termine regulär bestehen, ansonsten werden die Termine telefonisch auf einen zeitnahen, anderen Temin verlegt.

Ziel ist, innerhalb der nächsten Wochen alle Personen über 80 Jahre zu impfen. Mit Stand heute warten noch 957 Menschen dieser Zielgruppe auf eine Impfung und täglich melden sich noch Menschen an, die älter als 80 Jahre sind.

Ohne die Lieferungen des Herstellers AstraZeneca erhält der Landkreis Lindau derzeit etwa 1.000 Impfdosen wöchentlich, wobei diese sowohl für Erst- als auch für Zweitimpfungen verwendet werden müssen. Bei konstanter Lieferung werden voraussichtlich Ende März alle derzeit zur Impfung angemeldeten über 80-Jährigen geimpft sein.

Menschen, die in der Priorität 2 sind:

Termine mit Menschen in der Priorität 2 müssen nach dieser Entscheidung der Bundesregierung leider zunächst abgesagt werden. Dies betrifft die Personengruppen, mit denen bereits ein Termin vereinbart war, bevor der Impfstoff von AstraZeneca auch für Menschen über 65 Jahre freigegeben wurde.

Im Landkreis Lindau sind dies etwa 350 Lehrkräfte, die in dieser Woche geimpft werden sollten. Sobald alle Menschen der Priorität 1 durchgeimpft sind, werden die nun verschobenen Termine nachgeholt.